Undalogic-LogoUndalogic

Dokumentation

Grundlegende Befehlsstruktur

Die Befehlsstruktur zur Steuerung der miniSMU MS01 verstehen

Die miniSMU MS01 wird über eine befehlsbasierte Schnittstelle bedient, die den Konventionen von SCPI (Standard Commands for Programmable Instruments) folgt. Dieser Abschnitt erklärt die Befehlsstruktur und gibt einen Überblick über die verfügbaren Befehle.

Befehlssyntax im Überblick

Befehle werden über die Software-Schnittstelle an das Gerät gesendet. Sie folgen allgemein diesem Muster: COMMAND[:SUBCOMMAND] [PARAMETER]

Bei Abfragen, die Informationen vom Gerät anfordern, hängen Sie an den Befehl ein Fragezeichen an: COMMAND[:SUBCOMMAND]?

Elemente der Befehlsstruktur

Referenz der gängigen Befehle

Die folgende Tabelle enthält die am häufigsten verwendeten Befehle:

BefehlFunktionBeispielAntwort
*IDN?Gibt die Geräteidentifikation zurück*IDN?Undalogic Ltd, miniSMU MS01, SN12345, v1.0, FW2.3
*RSTStartet das Gerät neu*RSTGerät startet neu

Systembefehle

Systembefehle steuern geräteweite Einstellungen und den Status:

BefehlFunktionBeispielHinweise
SYST:TIME <time>Stellt die Systemzeit einSYST:TIME 1751312870064UNIX-Zeit in Millisekunden
SYST:WIFI DISDeaktiviert das WLANSYST:WIFI DISWLAN aus
SYST:WIFI ENAAktiviert das WLANSYST:WIFI ENAWLAN ein
SYST:WIFI:AUTO?Fragt die automatische Verbindung abSYST:WIFI:AUTO?0 oder 1
SYST:WIFI:AUTO DISDeaktiviert die automatische VerbindungSYST:WIFI:AUTO DISKeine automatische Verbindung
SYST:WIFI:AUTO ENAAktiviert die automatische VerbindungSYST:WIFI:AUTO ENAAutomatische Verbindung aktiviert
SYST:WIFI:SCAN?Sucht nach NetzwerkenSYST:WIFI:SCAN?Netzwerkliste im JSON-Format
SYST:WIFI?Fragt den WLAN-Status abSYST:WIFI?Verbindungsstatus im JSON-Format
SYST:WIFI:SSID "<name>"Legt die WLAN-SSID festSYST:WIFI:SSID "Home_Network"SSID festgelegt
SYST:WIFI:PASS "<password>"Legt das WLAN-Passwort festSYST:WIFI:PASS "SecurePass123"Passwort festgelegt
SYST:WIFI:SSID?Fragt die WLAN-SSID abSYST:WIFI:SSID?Aktuelle SSID
SYST:TEMP?Fragt die Temperaturen abSYST:TEMP?Temperaturwerte (ADC, Kanal 1, Kanal 2)

Befehle für Quelle und Ausgang

Diese Befehle steuern die Ausgangseinstellungen der einzelnen Kanäle. Ersetzen Sie x durch die Kanalnummer (1 oder 2):

BefehlFunktionBeispielHinweise
SOURx:CURR:PROT <value>Stellt die Stromgrenze einSOUR1:CURR:PROT 0.1Grenze 100 mA an CH1
SOURx:CURR <value>Stellt den Ausgangsstrom einSOUR2:CURR 0.0110 mA an CH2
SOURx:VOLT:PROT <value>Stellt die Spannungsgrenze einSOUR1:VOLT:PROT 5Grenze 5 V an CH1
SOURx:VOLT <value>Stellt die Ausgangsspannung einSOUR2:VOLT 3.33,3 V an CH2
SOURx:FIMV ENAI vorgeben, U messenSOUR1:FIMV ENAFIMV-Modus
SOURx:FVMI ENAU vorgeben, I messenSOUR2:FVMI ENAFVMI-Modus
SOURx:DATA:STREAM ON/OFFSchaltet das Streaming ein/ausSOUR1:DATA:STREAM ONStreaming ein
OUTPx ON/OFFSchaltet den Ausgang ein/ausOUTP1 ONAusgang aktiviert

Messbefehle

Diese Befehle führen Messungen durch. Ersetzen Sie x durch die Kanalnummer (1 oder 2):

BefehlFunktionBeispielHinweise
MEASx:VOLT:CURR?Misst U und IMEAS1:VOLT:CURR?Beide Messwerte
MEASx:VOLT?Misst die SpannungMEAS2:VOLT?Spannungswert
MEASx:CURR?Misst den StromMEAS1:CURR?Stromwert
MEASx:OSR <value>Stellt das Oversampling der Messung einMEAS2:OSR 10210-faches Oversampling (gültige Werte: 0–15)

Befehle für das Daten-Streaming

Für die kontinuierliche Datenerfassung:

BefehlFunktionBeispielHinweise
SOURx:DATA:STREAM ONAktiviert das StreamingSOUR1:DATA:STREAM ONStreaming gestartet
SOURx:DATA:STREAM OFFDeaktiviert das StreamingSOUR1:DATA:STREAM OFFStreaming gestoppt
SOURx:DATA:SRATE <rate>Stellt die Ziel-Abtastrate einSOUR1:DATA:SRATE 500Abtastung mit 500 Hz

Die Daten werden in Paketen im CSV-Format mit folgendem Aufbau gesendet:

1,1751313180797,3.713e-02,-7.441e-10,0

Felder des Datenformats

FeldBeispielBeschreibung
Kanalnummer1Der Kanal der miniSMU (1 oder 2)
UNIX-Zeitstempel1751313180797Zeitstempel der Messung in Millisekunden
Spannung3.713e-02Spannungsmesswert in Volt (V)
Strom-7.441e-10Strommesswert in Ampere (A)
Bereich0Kennung des Strombereichs (nur zur Fehlersuche)

Trennzeichen und Abschlusszeichen von Befehlen

  • Befehle werden in der Regel mit einem Zeilenumbruchzeichen \n abgeschlossen
  • Antworten auf Befehle werden in der Regel mit einem Zeilenumbruchzeichen abgeschlossen

Hinweise zur Befehlsausführung

  • Befehle werden in der Reihenfolge ausgeführt, in der sie eingehen
  • Manche Befehle brauchen eine gewisse Zeit (z. B. die Suche nach WLAN-Netzwerken)
  • Einstellbefehle antworten in der Regel mit OK als Bestätigung
  • Abfragebefehle geben immer eine Antwort zurück

Fehlermeldungen

Tritt bei einem Befehl ein Fehler auf, gibt das Gerät möglicherweise eine Fehlermeldung zurück:

  • Syntaxfehler (Beispiel SOUR:VOLT): Invalid SOUR:VOLT command
  • Unbekannter Befehl: Invalid input format

Software-Oberfläche

Sie können diese Befehle bei fortgeschrittener Programmierung direkt verwenden. Die miniSMU-Software bietet jedoch eine grafische Oberfläche, die diese Befehle im Hintergrund sendet. Die Software-Oberfläche umfasst:

  • Eingabefelder zum Einstellen von Spannungs- und Stromwerten
  • Schaltflächen zum Aktivieren und Deaktivieren der Ausgänge
  • Anzeigen für die Messwerte
  • Konfigurationsbereiche für die Schutzeinstellungen
  • Datenvisualisierung für Streaming-Messungen

Die Befehlsstruktur zu kennen, ist besonders nützlich, wenn Sie:

  • automatisierte Messabläufe erstellen
  • eigene Software-Oberflächen entwickeln
  • Fehler im Geräteverhalten suchen
  • fortgeschrittene Vorgänge ausführen, die die einfache Software-Oberfläche nicht abdeckt

In den nächsten Abschnitten geht es um konkrete Vorgänge mit diesen Befehlen, darunter die Geräteidentifikation, das Konfigurieren der Ausgänge und das Durchführen von Messungen.